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neue Kommunikationskanäle - Facebook und WhatsApp


Schöne, neue Welt
Früher gab es das
Telefon. Heute gibt es WhatsApp und Co.

Es ist gerade mal 30 Jahre her, da drückte sich ein jeder Jugendlicher spätestens ab den frühen Abendstunden im Vorraum der elterlichen Wohnung rum und starrte gebannt auf den dort platzierten Festnetzapparat. War das klobige Telefon mit Wählscheibe doch damals das einzige Mittel, sich mit seinen Freunden auszutauschen. Wollte man sich verabreden, ging das entweder nur persönlich oder eben per Telefon. Schlimm genug, dass die gesamte Familie alles mithören konnte und echte Privatsphäre ein Fremdwort war. Man war dazu gezwungen, Verabredungen einzuhalten. Eine kurzfristige Absage war schwierig.

Neue Wege der Kommunikation, die nicht nur Vorteile mit sich bringen

Nur wenige Jahrzehnte später haben sich die Kommunkationswege grundsätzlich verändert. Beinahe jeder besitzt ein Mobiltelefon. Wir alle sind damit quasi rund um die Uhr erreichbar. Festnetztelefone wurden mittlerweile aus deutschen Haushalten fast gänzlich verbannt. Schließlich ist das Telefonieren über Mobilfunk meist preiswerter und vor allem unkomplizierter. Nach und nach fällt aber auch auf, dass sich das Telefonieverhalten der jungen Generation stark verändert hat. Es wird immer weniger gesprochen. Der größte Teil der Kommunikation mit Gleichaltrigen erfolgt über das Smartphone oder den Computer - und das erstaunlicherweise schriftlich. Das Telefon als Medium sprachlicher Kommunikation tritt immer mehr in den Hintergrund.

Kommunikation findet auf unterschiedlichsten Wegen statt

Oft beobachtet man auf öffentlichen Plätzen Gruppen von Jugendlichen, die offensichtlich miteinander befreundet sind. Dennoch unterhalten sich die allerwenigsten miteinander. Die meisten Kids starren in ihr Smartphone und tippen stumm vor sich hin. Kaum jemand legt das Telefon auch nur eine Minute zur Seite. Oft fragt man sich als Außenstehender, wozu man sich miteinander trifft, um dann doch nur stumm vor sich hin zu tippen. Dennoch: diese jungen Menschen unterhalten sich sehr wohl miteinander, nur eben anders als die Generationen zuvor es gewohnt waren. Vieles verläuft virtuell. Man zeigt sich die neuesten skurilen Funde aus der Welt des Internet und tauscht sich über die neuesten Modetrends aus. Das aber eben nur partiell auf sprachlicher Ebene. Der Großteil verläuft virtuell. Aber wie genau funktioniert diese Kommunikation, und sind diese neuen Kommunkiationswege wirklich ausschließlich für junge Leute interessant?

Wie WhatsApp und Co. unsere Gesellschaft verändert haben

Erst die neuen Technologien machen es für eine breite Masse der Bevölkerung möglich, sich miteinander rund um die Uhr zu vernetzten. Nicht umsonst hat das Smartphone bei der Generation U30 das Auto als Statussymbol längst überholt. WhatsApp zum Beispiel ist ein Kommunikationsmittel, das seit einigen Jahren für Furore sorgt. Was vor ein paar Jahren mit dem Versenden von SMS (Short Message System) begann, hat sich zur größten Leidenschaft einer ganzen Generation entwickelt. WhatsApp ist eine Applikation für das Smartphone, die es uns allen ermöglicht, mit Menschen auf der ganzen Welt zu kommunizieren. Einzige Voraussetzung dafür ist die Installation dieser App und eine Verbindung zum Internet. Der Austausch mit anderen funktioniert einerseits per Chat, andererseits aber auch per Voice over IP. So ist man oft den ganzen Tag über in Kontakt, erzählt sich von seinen Gedanken oder tauscht Neuigkeiten aus. Oft erfolgt das gar nicht mehr über einen geschriebenen Text sondern immer mehr über sogenannte Emoticons. Darunter versteht man kleine Symbole oder Gesichter, die die jeweilige Stimmung ausdrücken sollen oder bestimmte Gesten übermitteln.

Soziale Netzwerke für eine weltweite Vernetzung

Facebook ist eine weitere Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzten. Soziale Netzwerke sind nicht nur aus dem Privatleben der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken, auch das berufliche Vorankommen bestimmen sie immer mehr. Die Funktionsweise von Facebook ist so simpel wie genial. Es handelt sich hierbei um eine nach außen hin äußerst einfach gestaltete Online-Plattform, in der man sich kostenlos mit Vor- und Zunamen anmeldet. Das eigene Profil kann man je nach Wunsch mit persönlichen Daten wie Beruf, persönliche Interessen oder Freizeitbeschäftigungen bestücken. Der eigentliche Clou ist aber die Reichweite dieses sozialen Mediums. Ein jeder kann seine persönlichen Gedanken zu einem bestimmten Thema mitteilen oder erzählen, was er gerade so unternimmt. Dies wird gerne anhand sogenannter Status-Sprüche mitgeteilt. Auf diese Weise kann man ganz simpel in direkten Kontakt mit Freunden und Bekannten treten. Außerdem bietet Facebook die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen, was im ersten Moment etwas paradox klingen mag. Aber wenn man sich vorstellt, dass die Liebsten weit weg wohnen, so hat man per Facebook die Möglichkeit, den Kontakt zumindest virtuell zu pflegen und sein Umfeld stets auf dem Laufenden zu halten, was sich im eigenen kleinen Kosmos so tut.

Immer öfter werden WhatsApp und Facebook als Grund für den Untergang echter Kommunikation genannt, und vielleicht steckt hinter dieser provokanten Aussage auch ein Fünkchen Wahrheit. Andererseits kann es nicht schaden, sich den neuen Medien etwas zu öffnen und die positiven Elemente in den Alltag mitzunehmen. Öfter mal das Handy ausschalten und einfach nicht erreichbar sein, um sich für jemanden anderen oder sich selbst Zeit zu nehmen, wäre für die Jugend ein guter Anfang. Wie so oft wird es der berühmte Mittelweg sein, der die junge und die ältere Generation dazu verhelfen würde, wieder etwas mehr zusammenzuwachsen und einfach wieder mehr miteinander zu reden.